27.06.2019 4

100+ Tage Eversense XL

Seit Ende Januar 2019 trage ich den Eversense XL-Sensor unter der Haut und er läuft und
läuft und läuft… Bereits direkt nach dem Einsetzen des Sensors habe ich hier auf mein-blutzucker.ch über den Wechsel vom Medtronic Enlite zu Eversense XL erzählt. Nach den ersten 30 Tagen habe ich dann drüben bei mir im Blog darüber berichtet, wie die Vorbereitung, das Einsetzen und die ersten 30 Tage verlaufen sind. Nun ist es Zeit, um nach über 100 Tagen Tragedauer, meine Eindrücke und Erfahrungen mit euch zu teilen.

Für mich liegen die Vorteile von Eversense XL klar auf der Hand:

  • Einmal am Tag den Transmitter zu laden ist cooler, als einmal in der Woche einen neuen Sensor zu stechen.
  • Die Genauigkeit von Eversense XL ist bei mir höher und kontinuierlicher als beim Enlite Sensor.
  • Alle 12 Stunden eine Kalibrierungsmessung zu machen, stört mich nicht. Das hatte ich ja vorher beim Medtronic Enlite auch schon. Nur sind jetzt mit Eversense XL die Abweichungen zu den blutigen Messungen viel geringer.
  • Für in die Wasserwelt, unter die Dusche, etc. reicht es, den Transmitter und das doppelseitige Klebepflaster zu entfernen. Anschliessend muss ich einfach ein neues doppelseitiges Klebepflaster auf den Arm kleben und den Transmitter darauf. Vorher war immer Vorsicht geboten, nicht einen Sensor im Wert von +/- Fr. 70.- auszureissen.
  • Abkürzungen am Türrahmen oder auch das An- und Abziehen vom Rucksack und der Kleider geht ohne die Befürchtung, dass ich am Sensor einhänge und diesen ausreisse. Denn den Transmitter von Eversense XL kann ich einfach wieder aufkleben und die Sensordaten werden wieder auf meinem Smartphone angezeigt.
  • Fliegen mit dem Sensor unter der Haut war (bisher) kein Problem.
  • Ich muss mich nicht drum kümmern, dass ich einen Sensor dabeihabe, um den wöchentlichen Wechsel vornehmen zu können. Eversense XL trage ich immer in mir rum. Einzig eine Lademöglichkeit für den Transmitter alle 24h ist nötig.
  • Das Pflaster hinterlässt gegenüber dem Medtronic Enlite bei mir keine Klebespuren am Arm und hält trotzdem sehr gut.

Als (kleinere) Nachteile erachte ich, dass:

  • die Android-Eversense App um einiges benutzerfreundlicher sein könnte. Gut, dass es alternative Ergänzungsmöglichkeiten gibt. Dank einer aktiven Diabetes-Community, die sich Opensource-System zusammenbaut und zur Verfügung stellt, sehe ich meine Sensordaten auch auf der Uhr. Mehr Informationen dazu findest du auf meinem Blog.
  • die Auswertung als PDF in der Eversense-App für eine Therapieänderung nicht brauchbar ist. Glücklicherweise gibt es aber in der mySugr-App einige neue Features, darunter auch den PDF Report inklusive CGM Kurve. So habe ich zu den einzelnen Blutzuckermessungen auch einen Verlauf, den ich beim Arzt besprechen kann. Ausserdem bin ich auch hier wieder sehr froh, gibt es Ergänzungsmöglichkeiten aus der Diabetes-Community.
  • die Verbindung während längeren Telefonaten abbricht. Als würde das Smartphone die Prioritäten selber bestimmen. Wobei nach einem Verbindungsaufbau alle Datenlücken im Smartphone wieder gefüllt werden.

Ausserdem hatte ich mit dem Medtronic Enlite in Kombination mit meiner Medtronic 640G-Insulinpumpe die letzten drei Jahre eine Hypovorabschaltung. Vermissen tue ich das nicht, ich muss diese Funktion jetzt einfach selber übernehmen und die Basalrate selber reduzieren/abschalten beim Ertönen des Warnhinweises. Das ist kein Nachteil – einfach eine Gewöhnungssache.

Da das System bei mir so gut läuft, mache ich mir überhaupt keine Sorgen über den in weniger als 80 Tagen anstehenden kleinen Eingriff zum Wechsel vom unter der Haut sitzenden Sensor.

Bei Fragen dürft ihr euch jederzeit gerne in der Community melden.

4 Kommentare

  • Hallo,
    ich habe am 18.09.2018 den ersten Eversense XL eingesetzt bekommen. Er lief bis 30.12., also gut 3 Monate. Habe auf Garantie einen neuen bekommen, der lief nicht ganz 2 Monate. Ich habe dann nochmal einen auf Garantie bekommen. Der wurde dann an eine andere Stelle gesetzt als die vorherigen 2. Der lief 4 Monate. Jetzt bin ich am Überlegen, ob es überhaupt Sinn macht, mit Eversense weiterzumachen, weil alle 3 Monate oder kürzer Sensorwechsel ist mir dann doch etwas zu viel. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
    Liebe Grüße

    • Hallo Wally,

      Basierend auf den Daten der Zulassungsstudie hält der Sensor des Eversense XL CGM Systems in der Regel bis zu 180 Tage. Aktuell kommt es in einigen Fällen dazu, dass der Sensor vor 180 Tagen keine Daten mehr zur Verfügung stellt. Das System verfügt dabei über einen Sicherheitsmechanismus und schaltet sich ab, sollten die Messwerte unzuverlässig werden.

      Die Ursachenforschung hat bei dem Hersteller Senseonics die oberste Priorität. Zahlreiche Faktoren können einen Einfluss auf die Sensor-Leistung haben. Neben der Prüfung der einzelnen Produktkomponenten, werden auch Unterschiede in der Handhabung beim Einsetzen der Sensoren länderübergreifend geprüft. Dies bedarf allerdings einer gewissen Zeit.

      In der Zwischenzeit gilt natürlich, dass Roche Diabetes Care Deutschland Sie im Fall eines vorzeitigen Sensorausfalls mit einem neuen Sensor versorgt. Bitte kontaktieren Sie im Falle eines vorzeitigen Ausfalls unser Kunden Service Center und für die Terminierung des Sensoraustauschs Ihren Arzt.

      Beste Grüsse, Ihr Customer Service

  • Ich bin grundsätzlich sehr zufrieden mit meinem eversense sensor was zuverlässigkeit und übereindtimmung mit blutigen messungen betrifft. Nur mein 1 sensor hielt 115 tage, der 2.sensor 89 tage. Beim 2.sensor hats mich genau am 24.12. Um 0:22 uhr erwischt…#44…4 tage bis…leider sind keine sinnvollen ratschläge von accu chek zu erhalten, ausser garantiefall . Bin ziemlich verunsichert, da das sensoreinsetzen immer organisatorischer aufwand und vieleicht wieder in 3 monaten das selbe problem..

    • Liebe Monika,

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Wir freuen uns, dass du mit Eversense grundsätzlich zufrieden bist.

      Leider kann es immer wieder zu vorzeitigen Sensorausfällen kommen. Die Ursachen der Ausfälle werden vom Hersteller Senseonics in den USA untersucht. Dort werden alle Sensoren weltweit eingesendet. Gerne fragen wir bei Senseonics Untersuchungsberichte zu deinen Sensoren an.

      Liebe Grüsse, Customer Service

Kommentar

Autor

Andreas Kläui

Andreas Kläui wurde 2005 mit Diabetes mellitus Typ 1 diagnostiziert. Er führt seit einigen Jahren einen eigenen Blog und schreibt regelmässig über seine Erlebnisse mit oder über Diabetes und sein Leben allgemein. Andreas Kläui ist sehr aktiv in der Diabetes-Community und schreibt auch für mein-blutzucker.ch.

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